Universität Bonn

Abteilung Medienwissenschaft

16. April 2026

Neue Monographie von Dr. Lucas Curstädt: Denis Villeneuve. Kino der Antagonismen, Büchner Verlag Neue Monographie von Dr. Lucas Curstädt: Denis Villeneuve. Kino der Antagonismen, Büchner Verlag

Dr. Lucas Curstädt

Bereits ein Blick auf die Titel seiner Filme kündigt an, dass das Kino von Denis Villeneuve eines voller Antagonismen ist: Zum Freund gesellt sich der Feind (»Enemy«), der Gefangene (»Prisoners«) verlangt nach seinem Wächter, der Killer (»Sicario«) braucht sein Opfer, und der, der ankommt (»Arrival«), muss auf einen ihm freundlich gesinnten Gastgeber hoffen. Ein Kind beschwört einen Bürgerkrieg herauf (»Blade Runner 2049«), ein anderes lernt in diesem das Töten (»Die Frau die singt«). Inhaltlich mögen diese Genre-Filme nur wenig miteinander gemein haben, auf allegorischer Ebene aber spannt sich zwischen der Geschichte eines amoklaufenden Frauenhassers (»Polytechnique«) und einem heiligen Krieg (»Dune«) ein roter Faden, der es nicht nur erlaubt, die Katastrophe des Liberalismus, seine antagonistische Gegenwart und seine kriegerische Zukunft filmisch zu denken, sondern auch, politische Theorie und Filmtheorie miteinander zu vernähen.

So besteht das Interdisziplinäre dieser Arbeit darin, die Filme von Villeneuve einer Filmanalyse zu unterziehen, die die politischen Dimensionen in seinem Schaffen offenlegt. Denn in Villeneuves Werk zeigen sich Tendenzen einer im 21. Jahrhundert von Krisen dominierten amerikanischen Gesellschaft, die von seinen Filmen vorweggenommen, prophezeit, allegorisch verhandelt, kommentiert und zugespitzt werden.

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CoverDenisVilleneuve.jpg © Jakob Kleinow
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Dr. Lucas Curstädt studierte zwischen 2013 und 2018 Filmwissenschaft und Philosophie an der Universität Mainz. Seit 2019 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Bonn im Bereich Medienwissenschaft. Seine Promotion »Projektionen des nächsten Menschen« gewann den Nachwuchspreis des Büchner-Verlags. Seine aktuelle Forschung befasst sich mit der Geschichte der deutschen Filmwissenschaft. Neben der akademischen Arbeit betreibt er den YouTube-Kanal ›die zweite produktion‹, auf dem er Video-Essays zu den Themen Theorie, Analyse und Geschichte des Films veröffentlicht.

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