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M.A. Medienwissenschaft (ab WS 2018/19)

Wichtiger Hinweis: Der Masterstudiengang Medienwissenschaft wurde im Rahmen seiner Reakkreditierung bezüglich der Zugangsvoraussetzungen und des Studienaufbaus weiterentwickelt. Die entsprechende Prüfungsordnung ist zum WS 2018/19 in Kraft getreten ("MPO 2018").

Profil des M.A. Medienwissenschaft

Der viersemestrige forschungsorientierte Masterstudiengang Medienwissenschaft knüpft konsekutiv an das in einem B.A.-Studiengang erworbene Wissen über Medialität und deren Bedeutung für die kulturelle, soziale und politische Kommunikation sowie an eingeübte Kompetenzen in der Analyse von Medien, Medientexten und Mediensystemen an. Die im Bachelorstudium erworbenen wissenschaftlichen Kenntnisse werden mit Blick auf die Erfordernisse der fachspezifischen Forschungsprozesse erweitert und vertieft. Fachliche Schwerpunkte sind Ästhetik, Theorie, Geschichte und Analyse von Film, Fernsehen und sozialen Medien, medienkulturwissenschaftliche Fragestellungen sowie vor allem mit sozialwissenschaftlichen Methoden untersuchte Fragen nach Zusammenhängen zwischen Medien und Wirtschaft, Politik oder sozialer Kommunikation. Durch die Auseinandersetzung mit den sich an diesen Schwerpunkten orientierenden Ansätzen und Forschungsmethoden sollen die Studierenden an eine eigenständige Forschungsarbeit herangeführt wie auch ihre Rezeptions- und Produktionskompetenzen gefördert werden.

Studienaufbau und Lernziele

Der Masterstudiengang gliedert sich in einen Pflichtbereich mit insgesamt 42 LP und einen Wahlpflichtbereich mit 48 LP.

Der Pflichtbereich umfasst zum einen die Grundlagenmodule Theorien und Methoden der Medienwissenschaft (12 LP) sowie Mediengeschichte und Medienhistoriographie (12 LP), die beide im 1. Fachsemester belegt und abgeschlossen werden. Des Weiteren beginnen die Studierenden mit dem Modul Medienpraxis (12 LP) und belegen eine von zwei zur Auswahl stehenden praktischen Übungen. Sie setzen das Modul im zweiten Fachsemester durch erneute Wahl einer praktischen Übung fort. Es stehen auf Lehrveranstaltungsebene diese vier Bereiche zur Auswahl: Film/Video, Audio/Radio, Online sowie Fotografie. Auch das externe Praktikum (6 LP), empfohlen für das 3. Fachsemester, ist verpflichtend.

Hier ein Überblick über die Lernziele im Pflichtbereich:

  • Theorien und Methoden der Medienwissenschaft:
    In diesem Modul erwerben die Studierenden vertiefte Kenntnisse der theoretischen Ansätze und methodischen Instrumentarien der Medienwissenschaft und reflektieren ihre gegenseitige Bedingtheit.
  • Mediengeschichte und Medienhistoriographie:
    Die Studierenden erwerben vertiefte Kenntnisse der Geschichte der Medien, insbesondere medienhistoriografischer Modelle und Verfahren. Sie überblicken die geschichtliche Herausbildung der modernen Medien, ihrer Technologien, Kulturen, Institutionen, Praktiken und Formen. Sie kennen die wichtigsten Spielarten der neueren Mediengeschichtsschreibung und deren Methoden. Sie wissen, wie übergreifende, multiple, komplexe Mediengeschichten geschrieben werden und verstehen das Verhältnis der Geschichte von Einzelmedien zur Universalgeschichte der Medien.
  • Medienpraxis:
    Die Studierenden erwerben vertiefte medienpraktische Kenntnisse in den Bereichen 1. Film/Video, 2. Audio/Radio, 3. Online-Medien oder 4. Fotografie (analog und digital), von denen zwei gewählt werden. Ziel ist die selbständige Beherrschung der technischen und ästhetischen Rahmenbedingungen praktischer Medienproduktion. Die Studierenden können einen eigenen Radiobeitrag, einen kurzen Filmbeitrag/Videoclip, eine themenspezifische Website oder eine Fotoserie anfertigen und ihre konzeptuellen Entscheidungen kritisch reflektieren.
  • Externes Praktikum:
    Das Praktikum stellt die Verbindung zur außeruniversitären Anwendung her und vermittelt Einblicke in mögliche Berufsfelder. Lernziele sind insbesondere die Anwendung und kritische Reflexion der bis dahin erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten, die Ausbildung von Interessensprofilen sowie der Erwerb berufspraktischer Erfahrungen einschließlich des Kontaktaufbaus.

Der Wahlpflichtbereich besteht aus sechs Modulen (je 12 LP), von denen vier zu wählen sind. Je zwei Module sollen im zweiten und dritten Semester belegt und abgeschlossen werden.

  • Kultur, Technologie und Gesellschaft:
    Medientechnologien können nur künstlich als Artefakte isoliert werden (z.B. ‚der Fernseher‘). Das Modul befähigt die Studierenden, die Einbettung von Technologien in kulturelle Praktiken und Diskurse historisch und theoretisch zu reflektieren. Analytisch durchdringen sie das wechselseitige Bedingungsverhältnis von Technologien, Praktiken und Diskursen unter dem Oberbegriff der Kulturtechnik.
  • Medien und Kritik:
    Die Studierenden erarbeiten einschlägige Theorien der Medienkritik und die entsprechenden Methoden der Medienanalyse. Sie können repressive wie kritische Operationen von Medien in Geschichte und Gegenwart identifizieren und analysieren. Sie erlangen eine kritische Distanz zur Technik, zu den Inhalten und zum alltäglichen Umgang mit Medien und sind zu deren reflexiver Verwendung in der Lage.
  • Ästhetik des Films und der audiovisuellen Medien:
    Die Studierenden erwerben vertiefte Kenntnisse der Ästhetik audiovisueller Medien, insbesondere des Films, seiner Gattungen und Genres, aber auch des Fernsehens und anderer audiovisueller Darstellungs- und Mitteilungsformen. Gegenstandsbezogen und an Fallbeispielen werden die ästhetischen Strukturen und Parameter des Films im Rahmen jeweiliger kinematografischer Kulturen, medienhistorischer, sozialer und politischer Kontexte erarbeitet. Ziel ist es einerseits, Film als arbeitsteilig produziertes (Kunst-)Werk in Wechselwirkung mit der technologischen Entwicklung zu begreifen; andererseits wird er in seiner kommunikativen Eingebundenheit beschrieben, als Angebot, das in der Rezeption aufgegriffen wird.
  • Medien in Wirtschaft und Politik:
    Die Studierenden erwerben vertiefte Kenntnisse über medienbezogene Kommunikationsformen in Wirtschaft und Politik. Speziell erlangen sie Einblick in Formen der Unternehmenskommunikation, der politischen Kommunikation und der Public Relations/Öffentlichkeitsarbeit. Weiterhin werden die Zusammenhänge zwischen Medien und Politik sowie ihren jeweiligen institutionellen Vorgaben und Kommunikationsmustern (Journalismus, politische PR) erlernt. Dabei erfahren auch die Einflüsse neuer Technologien auf digitale Öffentlichkeit, politische Partizipation und zivilgesellschaftliches Handeln Berücksichtigung.
  • Globale Medien und Kommunikation:
    Medien sind als Teil globaler Transformationsprozesse anzusehen. Sie haben Einflüsse auf alle Kulturen, Sprachen und Gesellschaften. In diesem Modul erwerben die Studierenden daher Kenntnisse über internationale Medien, sowohl aus historischen wie auch aus aktuellen Bezügen. Dabei werden u.a. Medien in Entwicklungszusammenhängen und interkulturellen Spannungsfeldern berücksichtigt. Ziel des Moduls ist es, Kenntnisse über internationale Mediensysteme, Medien als politische Faktoren in den jeweiligen Ländern sowie länder- und kulturspezifische Ausprägungen zu vermitteln. In diesem Modul erwerben die Studierenden zudem Kenntnisse über länderspezifische Medienpraxen, Medien und Recht sowie Medien und Sprache. Übergeordnetes Ziel ist es dabei, die Zusammenhänge zwischen globalen Entwicklungen, Kommunikation und Medien transparent zu machen. Das Modul soll nach Möglichkeit in englischer Sprache angeboten werden.
  • Empirische Medienforschung:
    In diesem Modul erlernen die Studierenden sozial- und kulturwissenschaftliche Forschungsmethoden, die sie an einem eigenen Projekt praktisch einüben und umsetzen. Auch werden Designplanungen, Untersuchungs-konzeption sowie professionelles Projektmanagement erlernt. Diese Praxisprojekte werden nach Möglichkeit in enger Zusammenarbeit mit Organisationen und Unternehmen durchgeführt. Die methodischen Kenntnisse sind hier also kein Selbstzweck, sondern befähigen zu konkretem Arbeiten in der Praxis, so z.B. bei Usability Studien oder Inhaltsanalysen. 

Zugangsvoraussetzungen und Empfehlungen, Zulassungsverfahren

Der Masterstudiengang Medienwissenschaft richtet sich an Bewerberinnen und Bewerber, die als Zugangsvoraussetzung einen ersten berufsqualifizierenden Hochschulabschluss im Fach Medienwissenschaft, der Medienkulturwissenschaft, der Kommunikationswissenschaft, der Film- und Fernsehwissenschaft oder in einem verwandten Fach nachweisen. Die Bewerberinnen und Bewerber müssen zudem nachweisen, dass zum Erwerb des ersten berufsqualifizierenden Hochschulabschluss Module aus diesen Fächern im Umfang von mindestens 45 LP absolviert wurden.

Der erste berufsqualifizierende Hochschulabschluss muss mindestens mit der Note 2,5 abgeschlossen worden sein.

Durch den ersten berufsqualifizierenden Hochschulabschluss müssen folgende Kenntnisse und Kompetenzen im Umfang von mindestens 45 LP nachgewiesen werden:

1. Theorien der Medienwissenschaft;

2. Methoden der Medienwissenschaft; und

3. Mediengeschichte oder Mediensysteme.

Bewerberinnen oder Bewerber, die den ersten berufsqualifizierenden Abschluss erst in dem Semester der Bewerbung für einen Masterstudienplatz erwerben, müssen mit der Bewerbung den Nachweis über die Anmeldung ihrer Bachelorarbeit bzw. einer äquivalenten Abschlussarbeit sowie das Erreichen von mindestens 132 LP mit einem Notendurchschnitt von mindestens 2,2 einreichen.

Für die Aufnahme eines Studiums müssen ausländische Studienbewerberinnen und -bewerber, die Ihre Hochschulzugangsberechtigung nicht an einer deutschen oder deutschsprachigen Schule erworben haben, ausreichende Deutschkenntnisse nachweisen (DSH 2).

Für das Studium des M.A. Medienwissenschaft werden zudem Englischkenntnisse gemäß des Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens für Sprachen (GeR) empfohlen, die dem Niveau von fünf schulischen Lernjahren (GeR-Niveau B1) entsprechen.

Der M.A. Medienwissenschaft kann im ersten Fachsemester nur zum Wintersemester begonnen werden. Es besteht ein Orts-NC. Für das Zulassungsverfahren ist das Dekanat der Philosophischen Fakultät der Universität Bonn zuständig, nicht die Abteilung für Medienwissenschaft. Die Einschreibung erfolgt im Studentensekretariat der Universität Bonn. Weitere Informationen finden Sie hier

Auslandsstudium

Der Studiengang sieht keine verpflichtenden Auslandsaufenthalte vor, Auslandserfahrungen werden mit Blick auf die Internationalisierung der akademischen Ausbildung sowie die angestrebten Tätigkeiten jedoch nachdrücklich empfohlen und durch eine weitgehend flexible Gestaltung des Studienverlaufsplans unterstützt und gefördert. Als Mobilitätsfenster eignet sich i.d.R. am besten das dritte Fachsemester. Im Rahmen des ERASMUS+-Programms existieren vielfältige Kooperationen der Abteilung mit europäischen Universitäten. Darüber hinaus besteht über das Dezernat Internationales der Universität Bonn ein breites Angebot an Programmen für die Durchführung von Auslandsaufenthalten weltweit. Ausführliche Informationen finden sich hier.

Tätigkeitsfelder

Überblickswissen, methodische Kompetenzen, medienpraktische Kompetenzen sowie die Auseinandersetzung mit Fragen der Interferenz von Medien und Gesellschaft, der Ästhetik von Film und Fernsehen sowie der Medienkultur bereiten auf ein breites berufliches Feld vor.

Im Mittelpunkt der Tätigkeitsfelder stehen vielfältige Medien- und Kommunikationsberufe bzw. kulturvermittelnde Berufe mit sowohl planerisch-analytischen als auch kreativen Anforderungen in:

  • Zeitungs-, Hörfunk-, Fernseh- oder Onlineredaktionen sowie der Filmbranche
  • Verlagen und Agenturen sowie der angewandten Medienforschung
  • Museen
  • PR-/Öffentlichkeitsarbeit sowie der Unternehmenskommunikation
  • Kulturinstitutionen oder Bildungseinrichtungen.

Durch die regelmäßige Vergabe von Lehraufträgen an Praktikerinnen und Praktiker sowie Vertreterinnen und Vertreter von Medienunternehmen wie durch das im Curriculum vorgesehene externe Pflichtpraktikum von fünf Wochen ergeben sich früh Kontakte mit entsprechenden Einrichtungen, aus denen nicht selten ein dauerhaftes Beschäftigungsverhältnis entsteht. Auf der Website der Abteilung und in Schaukästen werden regelmäßig Stellengesuche und Praktikumsangebote veröffentlicht.

Der Master qualifiziert darüber hinaus für Tätigkeitsbereiche in der Wissenschaft, also in Universitäten, Fachhochschulen, öffentlichen oder privaten Forschungseinrichtungen und für die Promotion.

 Studiendokumente

Alle Studiendokumente finden Sie unter Downloads und Links.

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