Sie sind hier: Startseite Forschung Laufende Forschungsprojekte Prof. Dr. Britta Hartmann (mit Prof. Dr. phil. Jens Eder, Filmuniversität Babelsberg, Dr. Chris Tedjasukmana, Freie Universität Berlin): "Aufmerksamkeitsstrategien des Videoaktivismus im Social Web", VW-Stiftung, Beginn: 1.10.2018, Laufzeit: 3 Jahre

Prof. Dr. Britta Hartmann (mit Prof. Dr. phil. Jens Eder, Filmuniversität Babelsberg, Dr. Chris Tedjasukmana, Freie Universität Berlin): "Aufmerksamkeitsstrategien des Videoaktivismus im Social Web", VW-Stiftung, Beginn: 1.10.2018, Laufzeit: 3 Jahre

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Kurzsabstrakt:

Das Forschungsprojekt untersucht die neuartigen Strategien der Gestaltung, Herstellung und Verbreitung politischer Videos, die Aktivist*innen unter den Bedingungen der Aufmerksamkeitsökonomie des Social Web entwickeln. Dazu gehören die Erfindung neuer Videoformen, die Verwendung neuer Technologien und die Bildung neuer Produktionsallianzen. Das Feld des Videoaktivismus kann als besonders aufschlussreicher Fall angesehen werden, an dem sich aktuelle Chancen und Risiken politischer Auseinandersetzung im Social Web deutlich zeigen. Das Ziel des Projekts besteht darin, über diese Entwicklungen aufzuklären und zu einer gesteigerten Medienkompetenz beizutragen.

Schlagworte: Video, politischer Aktivismus, Social Web, Social Impact, Affekt/Emotion.

 

Short Abstract:

This research project explores new activist strategies for designing, producing and distributing political videos, with special regard to the attention economy of the social web. These strategies include the invention of new video formats, the use of new technologies and the formation of new “production alliances”. The field of video activism may be seen as a particularly insightful case, highlighting both the opportunities and risks of political interaction, discussion and conflict on the social web. The aim of this project is to shed light on these developments and contribute to increased media literacy. 

Keywords: video, political activism, social web, social impact, affect/emotion.

 

Forschergruppe zu „Aufmerksamkeitsstrategien des Videoaktivismus im Social Web“

Wie behaupten sich kritische und humanitäre Videos im Social Web gegen die Übermacht von Werbung, Unterhaltung und Propaganda? Welche Strategien verfolgen NGOs, Kunstkollektive und Aktivisten-Netzwerke, um die Aufmerksamkeit ihrer Zuschauer*innen zu fesseln? Diese Fragen untersucht ein neues Forschungsprojekt von Jens Eder (Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf), Britta Hartmann (Universität Bonn) und Chris Tedjasukmana (Freie Universität Berlin), das von 2018-2021 von der VolkswagenStiftung gefördert wird.

Es trägt den Titel „Aufmerksamkeitsstrategien des Videoaktivismus im Social Web“ und geht von der Beobachtung aus, dass zivilgesellschaftliche Akteure wachsende Probleme haben, ihre Anliegen zu vermitteln, etwa ihre Positionen gegen Kriege, für Menschenrechte oder für den Umweltschutz. Zum einen konkurrieren ihre Videos innerhalb der algorithmisch regulierten Aufmerksamkeitsökonomie zunehmend mit der PR von Parteien und kapitalstarken Unternehmen, mit Hetzbotschaften und populistischer Propaganda. Zum anderen wächst aufgrund der schieren Menge zirkulierender Webvideos die Gefahr einer Übersättigung und Mitleidsermüdung. Wollen zivilgesellschaftliche Akteure größere Publika erreichen, sind sie daher gezwungen, innovative Strategien der Gestaltung, Produktion und Distribution von Videos zu entwickeln. Nichtregierungsorganisationen (NGOs) nehmen beispielsweise die Dienste der Werbeindustrie in Anspruch, die neuen Hashtag-Aktivismen (#BlackLivesMatter) setzen auf Affektkaskaden, und Kunst-Aktivist*innen erschaffen besonders originelle Videos. Manche dieser Strategien führen zu Dilemmata zwischen der Ethik politischer Kommunikation und ihrer Effektivität, zwischen deliberativen Idealen und der strategischen Steigerung von Impact.

Das Projekt untersucht, wie videoaktivistische Gruppen auf solche neuen Herausforderungen antworten und um Aufmerksamkeit und Einfluss ringen. Dabei nimmt es sowohl längerfristige Strategien als auch spontane Taktiken der Generierung politischer Aufmerksamkeit in den Blick. Im Mittelpunkt stehen Kampagnen- und Mobilisierungsvideos, die unabhängig von staatlichen, militärischen und wirtschaftlichen Auftraggebern produziert und verbreitet werden und auf größtmöglichen Impact bei einem Massenpublikum zielen. Die Forschung baut auf Ergebnissen des Vorgängerprojekts „Bewegungsbilder 2.0. Videoaktivismus zwischen Social Media und Social Movements“ auf: http://videoactivism.net/de/

 

 

 

 

 

 

 

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